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Historie:

Finkenbach ist ein Ortsteil der Stadt Oberzent im südhessischen Odenwaldkreis.

Der Ort liegt im südlichen Odenwald im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald am Finkenbach. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3119.

Wahrscheinlich wurden die ersten Huben im Finkenbachtal schon im 11. Jahrhundert von den als Dienstmannen des Klosters Lorsch tätigen Schenken und späteren Grafen von Erbach gegründet. Die urkundliche Ersterwähnung findet sich in einer Mitgifturkunde vom 5. Juni 1347 anlässlich der Hochzeit der Erbacher Grafentochter Margarete mit dem Ritter Engelhard II. , von Hirschhorn. Der Vater der Braut, Schenk Konrad IV., gab seiner Tochter Zinsen von seinen Gütern in Finkenbach und Falken-Gesäß. Diese Urkunde dokumentiert aber auch die bis 1949 andauernde Zweiteilung von Ober- und Unter-Finkenbach.

Ober-Finkenbach gehörte kirchlich und verwaltungsmäßig zur Oberzent und unterstand den Grafen von Erbach-Fürstenau. Unter-Finkenbach gehörte mit Ober-Hainbrunn zum Reichslehen Rothenberg, das Kaiser Karl IV. am 25. November 1353 dem Ritter Engelhard I. von Hirschhorn und seinen Erben verliehen hatte. Beide Ortsteile waren zur Zeit ihrer Ersterwähnung etwa gleich groß.

Mit der Eingliederung Finkenbachs in das Großherzogtum Hessen-Darmstadt im Jahre 1806 fehlte es nicht an Bestrebungen, selbst gegen den Willen der Bevölkerung, beide Dorfteile miteinander zu vereinigen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts scheiterte z. B. die Bildung einer gemeinsamen Schule, weil Unter-Finkenbach eine solche zusammen mit Ober-Hainbrunn bauen wollte. 1849 verfügte schließlich die oberste Schulbehörde in Darmstadt gegen den Widerstand der Unter-Finkenbacher den Bau einer gemeinsamen Finkenbacher Schule. So löste sich Unter-Finkenbach nur zögernd von seiner traditionellen Bindung an Rothenberg und beide Ortsteile fanden widerwillig zueinander. 1877 wurde der gemeinsame Friedhof eingeweiht, ab 1922 wurde Unter-Finkenbach von Ober-Finkenbach mitverwaltet, und am 1. Juli 1949 schlossen sich endlich beide Ortsteile und dem gemeinsamen Namen Finkenbach zu einem Dorf zusammen. 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Ober-Finkenbach im Jahre 1347. Das Dorf hatte 1939 insgesamt 482 Einwohner und gehörte zum Landkreis Erbach.

Ursprünglich bestand der heutige Ort aus Ober- und Unter-Finkenbach. Erst am 01.07.1949 schlossen sich die Orte zusammen.

Am 1. Juli 1971 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen die freiwillige Eingemeindung nach Rothenberg, das wiederum am 1. Januar 2018 mit weiteren Gemeinden die Stadt Oberzent bildete. Finkenbach ist seitdem ein Stadtteil von Oberzent.

Finkenbach wurde 2002 als Förderschwerpunkt im Hessischen Dorferneuerungsprogramm anerkannt.

Im Jahre 1806 wurden die reichsritterschaftlichen Territorien aufgelöst und die Herrschaft über Rothenberg fiel, ebenso wie die Grafschaft Erbach, an Hessen. Bis 1922 wurde Unter-Finkenbach  von Rothenberg verwaltet, ab dieser Zeit, bis zum Zusammenschluss von Unter- und Ober-Finkenbach im Jahre 1949, von Ober-Finkenbach.

Überregional bekannt ist der Ort durch das Finkenbach-Festival, das seit 1977 fast alljährlich im Juli/August tausende von Fans der Rockmusik in den Odenwald lockt.

Krautrockbands an 2 Tagen. Campen mit Zelt und Womo ist Gratis. Es gibt nebenan ein tolles Freibad, Gaststätten, Bäckerei, Spielplatz, Hartplatz, Biotop und Idylle pur, rund herum nur Wald, mitten im Herzen des Odenwalds. Das Finkenbach Festival: Was einst als Hippiefestival begann, das anfänglich von der Finkenbacher "Freiwilligen Feuerwehr" und dem Fußballclub "FC Finkenbachtal 1946 e.V." ins Leben gerufen wurde, ist längst zur Kultstätte des Krautrocks, dem "Ältesten Krautrockfestival Deutschlands", erwachsen. Finkenbach im Odenwald schmiegt sich idyllisch zwischen bewaldete Hügel, der gleichnamige Bach schlängelt sich durch das 500-Seelen-Dorf. Dort in der Nähe mieteten Mitglieder einer Rockband ein Haus an und gaben ein erstes Konzert, um sich den Einwohnern vorzustellen. Es war ein Erfolg für alle Beteiligten und daraus entwickelte sich dann das "Finkenbach Open Air Festival". Seither wird der pittoreske Ort einmal jährlich zum Mekka für alternative Musik- und Lebenskultur. Von Kleinkinder bis zu Althippies wird ein Wochenende im "Geiste von Woodstock" gefeiert und gemeinsam mit Größen der Rockgeschichte, die jedes Jahr auf dem "Finkenbach Festival" auftreten, hat sich das Festival im "Herzen des Odenwalds", seit 1977 und für zwei bis drei tausend gestandene Musikbegeisterte dieser Rockgeschichte, zum echten Geheimtip entwickelt.

Geographie:

Ortsteil · 234 m über NN
Gemeinde Rothenberg, Odenwaldkreis

Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

14,5 km südwestlich von Erbach

Ortsteile:

  • Ober-Finkenbach, Unter-Finkenbach (ab 1.7.1949

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

  • Ober-Finkenbach
  • Unter-Finkenbach

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3494070, 5488553
UTM: 32 U 493997 5486797
WGS84: 49.53375756° N, 8.917038293° O

Statistik

Ortskennziffer:

437014010

Flächennutzungsstatistik:

  • 1961 (ha): 933, davon 677 Wald

Einwohnerstatistik:

  • 1939: 482 Einwohner
  • 1961: 557 Einwohner
  • 1970: 567 Einwohner

Diagramme:

einwohner

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1949: Kreis Erbach
  • 1972: Odenwaldkreis

Altkreis:

Erbach

Gericht:

  • 1949: Amtsgericht Beerfelden
  • 1968: Amtsgericht Michelstadt

Zitierweise

„Finkenbach, Odenwaldkreis“, in: Historisches Ortslexikon (Stand: 7.3.2014)

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